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Alltag

[Fontane] Herr von Ribbeck…

Unerhörte Worte

Birnen20140824Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste ’ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn.«

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu…

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Diskussionen

2 Gedanken zu “[Fontane] Herr von Ribbeck…

  1. In Erinnerung an die Schulzeit … damals mußte ich dieses Gedicht auswendig lernen … habe ich festgestellt, dass gewaltige Lücken vorhanden sind … 😦

    Verfasst von rose1711 | August 25, 2014, 12:23
    • Lücke hin, Lücke her,
      Hauptsache, die Birnen sind reif
      und es woget das Meer … 😉

      Verfasst von YDU | August 25, 2014, 12:25

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