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Alltag

Kleinigkeit

Die Organisation eines kwartezeitleinen gemeinschaftlichen Ausflugs gehört zu den leichtesten Übungen, da sie ja mit etwas Auflockerung und Spaß verbunden ist. Sich gemütlich mit einem Bus und netten Leuten duch die Gegend schippern zu lassen, um an beschaulichen Plätzen mit guter Küche und einem kühlen Keller zu rasten, das macht Freude und nimmt dem Leben jegliche Lust auf Leere oder sonstiger Trübsal.
Klar, irgendwer muss das ganze organisieren, damit für den Rest der Truppe das Siegel „Ohnesorg“ auf die Veranstaltung geheftet werden kann. Diesmal war ich es.
Da ich in letzter Zeit jedoch diese eigenartige „Kaugummiphase“ durchmache und dabei immer wieder auf Situtionen stoße, wie ich sie sleten vorher erlebt hatte, war ich natürlich doppelt gewissenhaft, denn wer den Schaden hat, braucht sich um bestimmte Nicht zu sorgen …
Nach dem Abschluss der Vorbereitungen nochmals alles gecheckt und für gut befunden, passst!
Als jedoch unterwegs ein nichtangekündigter Buswechsel, der absolut kein Problem darstellen sollte, statt fand, war ich etwas verwundert. Nachdem mir glaubhaft versichert wurde, dass nach unserem Veranstaltungsbesuch ein anderer Bus auf uns warten würde und alles bestens wäre, war ich beruhigt.
Herrliche Veranstaltung, ultrapünkltlicher Schluss, optimale Verkehrsituation – im Prinzip war die Sache gegessen, alles gut gegangen, wenn da nicht in meinem Hinterkopf das kleine Fragezeichen des Buswechsels gewesen wäre. Gut, alles raus, rüber auf die gegenüberliegende Straßenseite, wo wir augestiegen waren und der „andere“ Bus bereits auf uns warten sollte. Keiner da! Kommt sicher in wenigen Minuten, perfekt für unsere Nikotinsüchtigen, die den Kindern im Park schnell vorführen, wie man seine Lunge voller Freude mit Bitumen durchsetzt. Ein paar Schritte im Park für den Rest der Truppe, da die Raucher als Buserkennunsdienst zurückbleiben müssen. Alles bestens, wenn da nicht das klitzekleine Fragezeichen gewesen wäre! Als Besitzer eines smarten Phone’s nutze ich die übelegene Technik und rufe das Busunternehmen an, um abzuklären, warum der Bus noch nicht angekommen sei. Eine sehr sympathische Stimme klärt mich auf, dass momentan viel los sein und ich noch ein wenig warten müsse. Irgendwie kommt Unruhe auf – obwohl es eigentlich kein Problem geben dürfte, da ja alles doppelt und dreifach – eben zur Sicherheit und wegen der Kaugummiphase – verschriftlicht und kontrolliert worden war. Die Süchtigen bleiben relativ lange gelassen und freuen sich über das Interesse der Jugendlichen für ihre vollen Zigarettenschachteln. Die Spaziergänger quängelten bereits ein wenig rum, da sie das schattige Plätzchen mit erfrischenden Getränken vermissten …
Das zieht sich alles noch ein wenig hin. Eine gewissen Hektik kommt auf. Das Busunternehmen ist unerreichbar und die Stimme der ehemals sympathischen Dame hat ihren Reiz gänzlich verloren.
Der Bus trifft mit ansehnlicher Verspätung eine, der Fahrer erzählt uns eine äußerst unglaubwürdige Geschichte und ich bin froh, dass es wenigstens jetzt voran geht. Am Ende gestand man mir zu, dass ich mein Bestes gegeben hatte, aber das Schicksal egen ein anderes gewesen wäre, blablablabla …
Und wieder hatte der „verdammte Kaugummiphasenschläger zugeschlagen …

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Diskussionen

5 Gedanken zu “Kleinigkeit

  1. Ich fürchte, gegen höhere Gewalt hilft kein Tool, nur das Mantra: „Ich tu mein Bestes, und das ist gut genug“. Alles andere muss hingenommen werden und hat ja nichts mit deiner Leistungsfähigkeit zu tun. Eigentlich untypisch, dass man sowas einem Mann sagen muss. Ich dachte, bei sowas werden eher die Frauen nervös. 😉

    Verfasst von Anhora | Juni 13, 2015, 05:54
    • Ja und nein! In der Regel konnte ich den Braten förmlich riechen und habe in der „Eile“ einfach nicht reagiert. Immer, wenn ich die Abläufe zurückverfolge, komme ich zu dem Punkt, wo ich definitv „fühlte“, dass es da eine Schwachstelle gibt, aber … Beim Check der Planung, fiel mir auf, dass ich vom Busunternehmen nur eine Festnetznummer hatte, die häufig als Musikbox diente und googelte instinktiv nach einer Handynummer, die ich allerdings nicht finden konnte. Auch am Anbot war keine vorhanden. Bei der letzen mündlichen Absprache, da sich der Zeitplan etwas verschoben hatte, war ich ziemlich in Eile und habe darauf vergessen. Rückruf und schon wieder war das Festnetzt besetzt… Ich hatte die Lösung faktisch schon in der Hand, grrrrrr! Klar ist schon, dass ich den Anspruch habe, dass es 100% funktioniert, wenn ich es organisier, aber wer hat das nicht … 😉

      Verfasst von YDU | Juni 13, 2015, 07:30
    • Nochmals danke! Ich bin gerade dabei den Weizen von der Spreu zu trennen! Nebenbei bin ich draufgekommen, dass es auch viele Erfolgeschichten gibt, die allerdings viel Ausdauer und Energie abverlangten und hart erkämpft waren. 🙂

      Verfasst von YDU | Juni 13, 2015, 07:37
      • Der erste Schritt zur Lösung eines Problems ist die Erkenntnis, dass es überhaupt ein Problem gibt. Bei vielen murrt oft nur der Bauch und das Hirn kriegt keinen Auftrag, rational darüber nachzudenken und eine Lösung zu suchen, die es in irgendeiner Form immer gibt. Nichts in Hektik zu erledigen ist z.B. ein guter Ansatz. 🙂

        Verfasst von Anhora | Juni 14, 2015, 08:05
      • Du sagst es! Ich habe den Beitrag ruckzuck verfasst, einem „Bauchgefühl“ Ausdruck gegeben und erst beim nochmaligen Lesen – angeregt durch deinen Kommentag – erkannt, dass es ein „Problem“ ist, wobei es in erste Linie um die Trennung von eindeutigen Zufällen und eigenen Verhaltensmustern geht. Diese Woche wird fleißig protokolliert und zwar etwas umfassender, damit Licht in die Sache kommt, obwohl einige Dinge auch so schon etwas mehr Kontur bekommen. Mir war nicht klar, dass ich pro Woche mindestens 5 Stunden zusätzlich im Auto verbringe, die ich ansonsten für Bewegung und Sport reserviert hatte!!! Wobei die regelmäßige Bewegung, die gut auf die Woche verteilt war, mir eindeutig extrem gut tat. Da baut man scheinbar die ganze Stresschemie wieder ab und kommt weichgespült wieder raus … Der „Drehwurm“ im Kopf ist besänftigt, man schläft besser und geht wesentlich frischer wieder ans Tagewerk. Ich glaube ich muss meine Kommentare für mich rauskopieren, dann da bin ich schon recht dicht am Lauf der Dinge … 😉

        Verfasst von YDU | Juni 14, 2015, 09:21

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